Tag 8: Landungsstrände Richtung Cherbourg

Wieder mal Regen.
Aber gestern waren wir schlauer: wir haben schon gepackt, müssen mehr oder weniger nur noch losfahren. Wir müssen raus aus der pusseligen Normandie, wenn wir die Stimmung der Kinder oben halten wollen. Heute erreichen wir den westlichsten Punkt unserer Reise.

Eigentlich war geplant, noch eine Nacht zu bleiben und die nächsten Orte mal per Rad zu erkunden.
Sogar mein Mann stellt allerdings fest, dass die nicht mit Radweg ausgestattete Küstenstraße für uns mit den Kindern zu gefährlich ist. Ich bin dankbar, obwohl ich ihm das Radeln so gönnen würde und uns das auch gut getan hätte.
Radeln in Frankreich: scheint so einfach nicht, wir haben bisher außer Rennradlern oder Radtouristen für meine Begriffe wenige Freizeitradler gesehen. Das Bullitt ist hier im Gegensatz zu den Niederlanden ein echter Hingucker.

Wir ziehen weiter Richtung Westen, diesmal aber über die Autobahn. Unser Ziel: die Landungsstrände. Das Wetter wird passen. Vor uns lässt sich teilweise blauer Himmel erahnen. Naja… Nach strömendem Regen bei Caen nieselt es lediglich, als wir Utah Beach erreichen. Wir sind wieder an Dünen gelandet. Grün ist es hier zwar, aber das Wetter macht es unwirtlich. Bedrückende Stimmung zu bedrückendem Thema.  Wie passend…

Das Museum am Utah Beach zeigt uns eindrucksvoll die Geschichte des D-Day. Viele Exponate, neben Fundstücken deutscher Besatzung natürlich vor allem amerikanische Ausrüstung und Strategisches. Ich erkläre dem Teenager unermüdlich alles, was ich weiß. Militärisch bin ich leider nicht fit. Macht nichts.  Ich gebe die Hoffnung nicht auf: er wird sich auch an Kirchen erinnern und er bekommt auch noch welche.

Die Dünen wirken heute so friedlich, aber sie hätten grauenhafte Geschichten zu erzählen.  Die ganze Küste hier steht voll von Panzern und Monumenten.

Dazwischen wieder Überreste des Atlantikwalls. Mir fehlt ein bisschen ein klar erkennbares Friedenssignal…

Angesichts der Wetterprognose fahren wir weiter nach Cherbourg/Cherbourg-Octeville… es gab wohl in der Vergangenheit einiges an Eingemeindungen und da benennt man sich gerne mal um. Morgen und am Montag soll es schön werden. Wir glauben das gerne!

Diesmal führt uns die teilweise sehr, sehr schmale Küstenstraße direkt am Atlantik vorbei und ins Hinterland.  Der Bär kommt ganz schön ins Schnaufen. Wer mehr Zeit mitbringt und keine Teenager dabei hat, sollte in einem der kleinen Dörfer mal Halt machen…

Da steht er also nun, der Bär. Auf dem zweitseltsamsten Platz unserer Reise, Camping Municipal Cherbourg. Oder dem seltsamsten? Kein Mensch da außer uns, wir stellen uns einfach irgendwo hin. Morgen wird sich das klären. Mein Mann freut sich: wir stehen gerade, es riecht nach Meer. Es gibt kein Sand – und kein Dreckproblem. Ich sehe uns schon eher ausgeraubt. Unter den Mobiles hier wirkt der Bär schon fast High-End (bis weitere kommen).

Den Trittschemel haben wir wohl in Utah Beach stehen lassen. Ich muss einen neuen organisieren….

Cherbourg… früher wohl mal große militärische Festungsanlage und Hafen – es müssen sich diverse Louis hier ausgetobt haben wie auch Napoleon III – wirkt heute eher heruntergekommen. Trotzdem authentisch und daher nicht unsympathisch.
Wir radeln die paar Kilometer auf einem wirklich gut organisierten Radweg in die Innenstadt, vorbei an alten Mauern durchs Grüne und am Hafen vorbei. Einzig: es ist sehr windig.  Aber eine Windrichtung gibt es immer, die dem Radler gefällt… diesmal stadteinwärts.

Das Highlight in Cherbourg kommt Nach Crepes für alle  (Vorsicht: Caramel säut!) zum Schluss:
Der Besuch in einem Fischgeschäft. Ich kann mich nicht entscheiden… Es wird ein Kabeljau aus dem Atlantik und Lachsspieß. Das lässt sich unkompliziert grillen. Trotzdem: die Austern müssen noch mal sein und das Meeresgetier auch.

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