Tag 11: der Kühler 

An Tag 11 steht erstmal der Kühler des Bären im Vordergrund.  Wir haben bei laufendem Motor Wasser nachgefüllt. Es sieht nicht gut aus. Daher schleppt sich der Bär vorsichtig ins 12 km entfernte Chambourcy zu einem norauto. 

Dort werden wir fündig. Jetzt nur nichts falsch machen… glücklicherweise ist hier das Internet so gut, dass wir uns da noch kurz schlau machen können. 

Ab Richtung Paris.  
Paris haben wir eigentlich schon ad acta gelegt.
Es gibt nur einen Campingplatz beim Bois de Boulogne.  Die Kritiken sind unterirdisch und Wohnmobil Foren berichten von allerlei Diebstählen und sonstigen üblen Tricks.
Alle anderen Plätze sind soweit außerhalb, dass uns die Fahrtkosten in die City irre Geld kosten würden.  
Und das für einen Tag Paris? Nee. 

Ein ebenso kritisches Thema scheint Fahrradfahren in Paris.  Einige Blogs raten dringend, sich dort nur mit einer guten Krankenversicherung auf’s Rad zu wagen… Während mein Mann von anderen Städten über tolle Verkehrskonzepte berichtet, gibt es für Paris so etwas kaum bis gar nicht. Ich finde es bedenklich zu lesen, dass sich hier Radler und Busse eine Spur teilen. Radfahren ist verhasst, daher scheint das niemanden zu stören.  Erst später werde ich Paris diesbezüglich rehabilitieren: sooo schlimm ist es nicht! 

Um den Kindern wenigstens ein bisschen was zu zeigen, steuern wir doch den Eiffelturm an.
Der Teenager bekommt leuchtende Augen.

 

Paris hat zwar eine Umweltzone, die scheint aber nicht nur uns egal zu sein. Sightseeing auf die Schnelle mit dem Bären.
Wir steuern alles an, was sich auf die Schnelle ansteuern lässt und verlassen Paris über den Place de la Bastille und den Place de las Nation.
Wie gern wäre ich grad ohne den Bären hier!
Insbesondere aber haben wir unser Versprechen den Kindern gegenüber einlösen können. Die Stimmung ist gut!

Auf der teils fünfspurigen Autobahn bin ich um jeden Kilometer froh, der uns von Paris wegbringt. Nur was für harte Nerven. 

Unser nächstes Ziel ist Reims.
93 km vorher kurze Pause: der Bär hält dicht. Reparatur geglückt… Wir werden es hoffentlich pannenfrei nach Hause schaffen. 

Reims.
Wir fahren ohne Probleme direkt vor die Kathedrale und finden sofort einen regulären Parkplatz. 

Viel ist in Reims nicht los, alles wirkt etwas verschlafen.  
Die Teenager werden genötigt: immerhin die Krönungskirche französischer Könige. Und wie Wikipedia weiß, der Stolz Frankreichs.
Und der Teenager lässt sich drauf ein und ist begeistert! Ich erinnere mich, dass mir das zum ersten Mal als Kind auch so ging und freue mich. Auch ich bin wieder ergriffen – das ist schon ein wahnsinniger Bau mit viel Geschichte.  Dass die Restaurierung der Rosette 2016 abgeschlossen wurde: was für ein Glück! 

Linus bemerkt ganz richtig: die Realität kann ich mit dem Handy nicht einfangen.  Ich poste es trotzdem und empfehle allen, die noch nicht dort waren, dringend einen Besuch.  Wow-Effekt garantiert! 

In einem der Seitenaltäre mit modernen Fenstern findet sich nochmal ein Modell:

Wir fahren weiter Richtung Verdun. Nachdem wir nun so oft  (und teilweise  unfreiwillig) in die historischen Fänge des zweiten Weltkriegs geschlittert sind, stellen wir uns nun noch mit der Historie von vor 100 Jahren.  Besonders interessant finde ich alte Forts wie Douaumont. Damit wir morgen ein bisschen was an wichtigen Punkten erradeln können, suchen wir uns einen Platz 8-10 Kilometer nördlich von Verdun. 

Die Autobahn zwischen Paris und Metz ist eine Zumutung an Langeweile.  Zwischen Reims und Verdun kommt nur alle 30-40 Kilometer eine Ausfahrt. Ich bin froh, als ich endlich abbiegen darf. 

Viel gibt es hier  am Campingplätzen sowieso nicht zur Auswahl.  Wir entscheiden uns für „Camping Under the Mill“ in Bras-sur-Meuse. Wir fahren durchs Niemandsland scheint mir. Kein Wunder, dass es hier ein paar Dörfer gibt, die komplett ausradiert wurden. Hier tickt die Uhr langsamer scheint mir und die Gegend schreit einfach nur laut Frieden! 

Camping: der Platz  ist in erster Linie günstig: 12 Euro und ein paar Zerquetschte für uns alle inklusive free WiFi.  Das erste Mal. Die Teenager jubeln und wurden nicht mehr gesehen.
Er wirkt aber auch nett und unkompliziert und liegt absolut idyllisch an einem kleinen Tümpel.
Wo die Mühle ist? Keine Ahnung!
Wichtig: Anti Brumm haben wir dabei! Auch wenn die Bewertungen auf Google auseinandergehen, gefällt es ins hier allen auf Anhieb.  

Morgen erkunden wir also Verdun und seine traurige Geschichte, bevor wir dann langsam Frankreich wieder verlassen müssen… 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s