Fazit: Mit dem Wohnmobil nach Amsterdam

Zusammenfassend sollte unser Trip vielleicht das ein oder andere Fazit nach sich ziehen, was unsere Erfahrungen mit ja immer recht spontan organisierten Wohnmobil-Übernachtungen angeht.
Eines davon, – es ärgert mich nämlich heute noch maßlos- ist sicher die Sache „mit dem Wohnmobil nach Amsterdam“. Wer also, so wie wir, nicht sonderlich geplant mit dem Wohnmobil im Amsterdam landet, sollte unbedingt einiges wissen.

Es gibt zwar unter Camping Amsterdam so einige Treffer auf Google Maps, richtig in der Nähe des Zentrums finden sich meiner Meinung nach allerdings nur zwei:
Camping Vliegenbos mit einer Rad-Entfernung von knapp 5 km inklusive einer gut funktionierenden Gratis-Fährverbindung auf die Innenstadt-Seite und Camping Zeeburg mit einer Rad-Entfernung von ca. 8 km. Alle anderen Campingplätze sind  deutlich weiter von der Innenstadt entfernt. Mit Wohnmobil begibt man sich daher dann also in öffentliche Verkehrsmittel oder radelt eben entsprechend länger. Mit Kindern wollten wir das nicht machen, immerhin wussten wir gar nicht, was uns da erwarten würde.

Wir haben auf gut Glück direkt den ersten Campingplatz angesteuert, der definitiv eine wunderbare Lage hat, aber leider voll war. Ich glaube, dort hätte es uns gut gefallen.
Bei Zeeburg hatte ich einige Stunden vorher wiederholt angerufen und keine Antwort bekommen (was Zufall sein mag). Wer also etwas Zeit für die Planung aufbringen kann, sollte unbedingt reservieren, zumindest wohl in den Ferienzeiten.
Uns wurde dann noch Gaasper Camping andient, der uns aber für unsere Fahrrad-Aktivitäten noch weiter auswärts erschien, wir haben es gar nicht mehr versucht.

Was es zusätzlich noch gibt und notgedrungen unser Nachquartier wurde, ist der Stellplatz in Amsterdam, das Amsterdam City Camp, wie Vliegenbos auf der anderen Seite der Innenstadt gelegen und daher ebenso gut mit der Fähre erreichbar. Die Google Bewertung ist mit aktuell 3,8 Punkten relativ hoch, wer sich allerdings durch die Kommentare wühlt, stellt schnell fest: es gibt dort außer Wasser und einer Entsorgungsstation exakt nichts. Und dieses nichts bedeutet ein eingezäunter, grau geschotterter Platz, wenn auch angeblich Video-überwachter Platz für hunderte von Wohnmobilen, der praktikabel ist, aber sicher nicht einladend. Dass auch das keine sichere Bank ist, habe ich dann allerdings auch noch gelesen. Tatsächlich füllte sich der Platz gegen Abend ziemlich. Glück gehabt, irgendwie.

Der Besitzer oder Bewacher des Platzes führt einen auch gleich in die Gepflogenheiten ein und kassiert ab.
Für uns waren das bei 4 Personen mit Wohnmobil 31 Euro.
Entgegen der Google Kommentare finde ich diesen Preis angesichts des Nichts alles andere als gerechtfertigt. Wer gelegentlich auf Stellplätzen steht, der weiß, dass es auch grün geht und auch weniger steril, er weiß auch, dass es ebenso auch auf einem Stellplatz üblicherweise mit Toiletten geht – zumindest für diesen Preis.
Dann wären die 31 Euro für mich eher akzeptabel gewesen.
Wie hoch die Gefahr gewesen wäre, in Amsterdam ausgeraubt zu werden – keine Ahnung. Dann natürlich ist der eingepferchte Platz durchaus seinen Preis wert… Ich jedenfalls habe mich ingesamt in diesem Hafen- Industrieviertel nicht unsicher, aber im Wohmobilstall durchaus unwohl gefühlt.

Zu den Gepflogenheiten gehört auch die Tatsache, dass der Platzwart die Parksituation auf Straße vor seinem Platz gut im Griff hat und einen trotz nicht-existenter Hinweisschilder sofort darauf aufmerksam macht, wo man – außer auf seinem Platz- überall nicht stehen darf.
Ob das wirklich zum reinen Parken ein Problem wäre oder wir nur Glück hatten: am Tag anderthalb in Amsterdam haben wir den Käfig verlassen und uns doch auf die Straße gestellt, sonst hätte uns der Spaß mit Nachzahlen womöglich nochmal 15 Euro zusätzlich gekostet. Einige Wohnmobile haben das wohl auch über Nacht gemacht, wir sind lediglich einige Stunden tagsüber dort gestanden. Dass nächtliches Campen in Amsterdam auf der Straße wirklich keine so gute Idee ist, weil es ganz schön teuer werden kann, kann man zum Beispiel hier nachlesen.

Einen Pluspunkt bekommt der Platz von mir doch noch: Die Umgebung ist ganz spannend (wir hätten sonst wahrscheinlich nie das Food Festival gefunden, das uns allen so Spaß gemacht hat), der Trip in die City ist dank der Fähre ein Klacks und noch dazu umsonst: Man landet nach fünfminütiger Fahrt über einen ehemaligen Meeresarm mit dem Rad direkt am Hauptbahnhof, ein idealer Ausgangspunkt für einen Altstadttrip. Ab da muss man sich nur noch dem wuseligen Amsterdamer Geradel stellen…

Angeblich bieten laut Google auch die beiden anderen Plätze Stellmöglichkeiten an. Darauf hingewiesen wurden wir nicht, gefragt haben wir jedoch auch nicht, das gebe ich zu.
Bei Vliegenbos herrschte allerdings schon vor der Schranke Gedränge, vielleicht waren das die externen Stellplätze?

Für kurze Übernachtungen oder Minimalisten also bestens geeignet der Stellplatz.
Würde ich das jedoch nochmal machen, wäre der Amsterdam Trip sicher einer, den ich vorher telefonisch etwas erkunden würde. Insbesondere bekommt man für gleiches oder weniger Geld auf den richtigen und schönen Plätzen sowohl Sanitäranlagen als auch teilweise WLAN (das finden dann vor allem Teenager toll). Wer als etwas mehr will und auch bereit ist, etwas weiter auswärts zu campieren, fährt mit der Campingplatz-Nummer in Amsterdam sicherlich besser.

Und weil wir da so komisch standen, haben wir wenigstens mal unsere Outdoor-Dusche ausprobiert und das war richtig klasse und dank unseres offenbar ganz gut ausgestatteten Bären (ich bin ja immer wieder fasziniert, welches Feature mir mein Mann da noch so präsentiert) mit seinem Warmwasser ausgesprochen komfortabel.


Das Titelbild: vom Stellplatz einmal ums Eck. 

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